Autor Thema: Autobatterie regenerieren  (Gelesen 47936 mal)

Offline Alcappuccino

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Autobatterie regenerieren
« am: 29. Juni 2011, 13:40:25 »
Hier eine Anleitung, wie man alte Bleiakkus wieder zum Leben erwecken kann.
Sie sind meist nicht kaputt, auf den Platten lagern nur Oxidschichten,
die man mit einem simplen Trick wieder "abklopfen" kann.



Vorbereitung:


Falls nötig, vorab alten Akku mit destilliertem Wasser befüllen. Geschlossene Bleigel-Akkus lassen sich mit etwas mehr Aufwand befüllen: Deckel einritzen, abheben, darunter liegen Gummikappen. Nach innen gezogene Gummikappen bedeuten Wasserverlust, dann kann man vorsichtig destilliertes Wasser per Injektionsnadel nachfüllen. Mit Klebeband abdichten.

Mit einem Phasenprüfer an einer 230V-Steckdose Phase und Null-Leiter finden.

Die 230V-Phase mit einer schwachen 230V/40W-Glühlampe verbinden, danach mit einer N4007-Diode, zuletzt mit dem Plus-Pol des Bleiakkus. Unbedingt Sperrrichtung der Diode beachten! Die Diode darf nur Strom zum Plus-Pol des Bleiakkus durchlassen. Die Diode ist im Internetversandhandel (zB. Conrad) und in Elektrogeschäften erhältlich.

230V-Nullleiter mit dem Minus-Pol des Bleiakkus verbinden.

Das Wiederbeleben:


1. FORMIEREN (OXIDSCHICHTEN ENTFERNEN):
4-5 Tage lang laufen lassen. Ständig beobachten. Die Glühbirne wird nur schwach leuchten, denn die Diode lässt Strom nur in einer Richtung durch. Da Wechselstrom pulsiert, "klopft" der durch die Diode entstehende 50Hz-Puls die Oxidschicht an den Bleiplatten ab.

2. AKKU LADEN
Der nun "geputzte" Akku, der immer noch leer ist, wird ganz normal mit einem Ladegerät aufgeladen.

3. AKKU ENTLADEN
Der Akku wird bis auf 6V (!) tiefentladen. Pkw-Scheinwerfer (etc) genügen. Nicht unter 6V gehen!

4. AKKU erneut LADEN

Fertig! Die abgeklopften Oxidschichten befinden sich übrigens noch im Akkuinneren am Boden, was aber die Leistungsfähigkeit kaum beeinträchtigt.

Vorsicht:
Nicht alle Bleiakkus sind dafür geeignet! Explosionsgefahr! Verletzungsgefahr! Lebensgefahr! Gefahr des Stromschlags! Kinder fernhalten! Von Dritten fernhalten! Durchführung auf eigene Gefahr und nur durch sachkundiges Fachpersonal! Örtliche Sicherheitsvorschriften und Gesetze beachten! Irrtümer vorbehalten.

Falls da irgendwelche groben Fehler drin sind, bitte korrigiert mich.
Ich bin kein Techniker, ich habs hier nur reingestellt, weils für spannende Zeiten interessant sein könnte.

Sonnigen Gruß,
Alca

Erzengel Gabriel

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Re: Autobatterie regenerieren
« Antwort #1 am: 29. Juni 2011, 14:14:24 »
Hallo Alcappuccino,

bei wieviel Prozent Leistung sind die Batterien dann wieder ?
Kann man das beliebig oft wiederholen ?
Kann ich also auf dem Schrottplatz _jede_ Autobatterie ausbauen und mit dieser Methode wieder flott kriegen ??! Oder können Batterien auch aus anderen Gründen kaputt sein oder kaum noch Energie speichern ?

Danke und besten Gruß,
  vom Erzengel

Offline Alcappuccino

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Re: Autobatterie regenerieren
« Antwort #2 am: 29. Juni 2011, 14:38:02 »
bei wieviel Prozent Leistung sind die Batterien dann wieder ?
-> hängt von der Batterie ab

Kann man das beliebig oft wiederholen ?
-> beliebig oft sicher nicht. Irgendwann wird die Oxidschicht am Boden zu dick, und/oder die Bleiplatten zu dünn.

Kann ich also auf dem Schrottplatz _jede_ Autobatterie ausbauen und mit dieser Methode wieder flott kriegen ??!
-> funktioniert in den meisten Fällen so, da das die häuftigste Ursache für altersschwache Bleiakkus ist.

Oder können Batterien auch aus anderen Gründen kaputt sein oder kaum noch Energie speichern ?
-> Ja, können auch aus anderen Gründen putt sein. Ggf. mit einem anderem Altakku probieren.

Erzengel Gabriel

  • Gast
Re: Autobatterie regenerieren
« Antwort #3 am: 29. Juni 2011, 16:20:16 »
bei wieviel Prozent Leistung sind die Batterien dann wieder ?
-> hängt von der Batterie ab

So ungefähr ? Sagen wir mal, beim "ersten" entsorgen ? 50%,   80%,   98% ?

Kann man das beliebig oft wiederholen ?
-> beliebig oft sicher nicht. Irgendwann wird die Oxidschicht am Boden zu dick, und/oder die Bleiplatten zu dünn.

Lässt diese Oxidschicht sich entfernen ?  Evt. Schwefelsäure entfernen, Batterie aufschrauben oder die Schicht rausschütteln ? Nein, ich habe keine Ahnung von Blei-Akkumulatoren, drum frage ich hier *g*

Kann ich also auf dem Schrottplatz _jede_ Autobatterie ausbauen und mit dieser Methode wieder flott kriegen ??!
-> funktioniert in den meisten Fällen so, da das die häuftigste Ursache für altersschwache Bleiakkus ist.

Na das ist doch mal eine gute Aussicht. Werde ich beizeiten mal ausprobieren.

Danke und beste Grüße,
  vom Erzengel

Offline Alcappuccino

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Re: Autobatterie regenerieren
« Antwort #4 am: 29. Juni 2011, 17:20:43 »
addendum für den Erzengel:
Naja... die Batterie muss technisch schon noch einwandfrei sein, also nicht physikalisch kaputt, oder innen kurzgeschlossen. Für Dich evtl. interessanter:

Im Survivalforum diskutieren sie gerade über kommerziell erhältliche Geräte, die das (fast) genauso machen:
http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php?5696-Autobatterie-regenerieren

Ja, man muss nicht immer alles selbst machen. Ich bin trotzdem der Ansicht, manchmal es ist gut, wenn man weiß, wie die einfachen und wichtigen Dinge des Lebens funktionieren. Man muss sich ja deshalb nicht täglich sein eigenes Brot backen... zumindest nicht in Friedenszeiten... aber es ist einfach gut zu wissen, wie man sich selbst hilft. Das beruhigt irgendwie.

Sonnigen Gruß,
Alca
« Letzte Änderung: 29. Juni 2011, 17:23:09 von Alcappuccino »